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46 Container, 0 Ausfälle — warum ich eigene Server betreibe

Ich betreibe 46 Container auf einem eigenen Server. Seit über einem Jahr kein Ausfall. Kein AWS, kein Azure, kein Hetzner. Ein Rechner im Rack, null Ausfallzeit.

Du denkst vielleicht: Eigene Server sind teuer, kompliziert und unsicher. Meine Erfahrung sagt das Gegenteil. Sieben Docker-Stacks, sieben Aufgabenbereiche, ein Rechner – und ich habe mehr Kontrolle als je zuvor in der Cloud.

Wie es dazu kam

Letztes Jahr saß ich vor einer Cloud-Rechnung und dachte: Wofür zahle ich eigentlich? Ein virtueller Server (VPS), ein paar Managed-Dienste, ein bisschen Speicher. Plötzlich kostet ein einfacher Blog mehr im Monat als mein Strom. Das konnte nicht sein.

Also habe ich angefangen, Stack für Stack umzuziehen. Admin-Dienste als erstes: SWAG als Reverse Proxy, Authelia für Login, CrowdSec für Sicherheit. Dann AI: Ollama für lokale Sprachmodelle, Open WebUI als Benutzeroberfläche. Cloud-Dienste: Nextcloud für Dateien, Vaultwarden für Passwörter. Media: Jellyfin für Filme, Sonarr und Radarr für Verwaltung. Smart Home: Home Assistant und ESPHome für Hausautomation. Paperless für Dokumente. Und zuletzt die Web-Dienste: Blog und Docsify.

Sieben Stacks, jeder ein Docker-Compose-File. Kein Kubernetes, kein Over-Engineering. Einfach Dinge, die funktionieren und die ich durchschaue.

Drei Argumente für eigene Server

Erstens: Kosten. Meine Cloud-Rechnung war monatlich im dreistelligen Bereich. Ein gebrauchter Server kostet einmalig das, was ich vorher in zwei Jahren ausgegeben habe. Ja, Strom kostet auch. Und hin und wieder eine SSD. Aber selbst mit Ersatzteilen bin ich unterm Strich günstiger. Die Rechnung kommt einmal, nicht jeden Monat.

Zweitens: Kontrolle. Ich entscheide, welche Dienste laufen, welche Version und wann sie aktualisiert werden. Kein Anbieter, der über Nacht die Preisstruktur ändert. Kein API-Key, der plötzlich abläuft. Kein “diesen Port haben wir gesperrt”. Wenn ich einen Dienst brauche, installiere ich ihn.

Drittens: Zuverlässigkeit. 46 Container klingt nach viel. Ist es aber nicht. Jeder Stack ist gekapselt. Wenn ein Dienst kaputt geht, betrifft es nur diesen einen Stack. Keine Kettenreaktion und auch kein Domino-Effekt. Die Ausfälle, die ich in der Cloud hatte, waren häufiger als die auf meinem Rechner. Ein Server, den ich kenne, ist stabiler als eine Infrastruktur, die ich nicht sehe.

Die andere Seite

Klar, Cloud ist skalierbar. Ein Knopfdruck, und ich habe zehn Rechner mehr. Bei mir muss ich Hardware kaufen, einbauen und verkabeln. Und Wartung macht nicht der Anbieter, sondern ich. Das ist ein valider Punkt und ja, dafür braucht es in der Woche ein wenig Zeit.

Aber für den Alltag eines Einzelbetreibers zählt Skalierung nicht. Was zählt, ist ein stabiler Dienst, den ich durchschaue. Ich kann jeden Container auf meinem Server erklären. Ich weiß, welche Logs wo liegen, wie ich ihn neustarte und was passiert, wenn er abstürzt. In der Cloud wüsste ich nicht mal, auf welchem Rechner mein Blog gerade läuft.

Fazit

Eigene Server sind nicht mehr Arbeit. Sie sind mehr Kontrolle. Und Kontrolle ist der Grund, warum ich nachts ruhig schlafe.

Wer in der Cloud startet, sollte wissen: Es geht auch ohne. Vielleicht sogar besser.

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